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DRK Einsatzeinheit und BSV-Mülheim

Kreisverband Mülheim an der Ruhr e.V.

2. Einsatzeinheit

 

DRK Einsatzeinheit und BSV-Mülheim verabreden gemeinsame Übungen zur Betreuung und Rettung blinder und stark sehbehinderter Mitbürger.

 

In gemeinsamen Gesprächen zwischen dem Zugführer der 2. Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuzes KV. Mülheim e.V. Martin Holzhauer und der 2. Vorsitzenden des Mülheimer Blinden- und Sehbehindertenvereins e.V., BSV Mülheim, Frau Maria St. Mont wurde über evtl. erforderliche zusätzliche Maßnahmen im Umgang dieser Bevölkerungsgruppe bei einer Evakuierung nachgedacht.

 

Aus diesem Anlass trafen sich sieben Mitglieder des BSV an einem Dienstabend der 2. EE in dem DRK-Einsatzzentrum „Hansastr." zu einem .Ersten Kontakt. Hierbei wurde für die Einsatzeinheit folgendes Übungszenario Zugrunde gelegt und mit einem Einsatzbefehl entsprechend belegt.

 

Auszug:

„Bei Baggerarbeiten wurde eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden, welche kurzfristig entschärft werden muss. Aus diesem Grund wird die Bevölkerung am Freitag, den 04.12.2009 ab 18:30 Uhr aus dem betroffenen Gebiet evakuiert. Es ist damit zu rechnen, dass die Bürger ab 20:30 Uhr  wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Die 2. Einsatzeinheit erhält den Auftrag, eine Gruppe sehbehinderter zu evakuieren und diese auf der Hansastr. zu betreuen und zu verpflegen."

 

Der Schweregrad der Behinderung der anwesenden BSV-Mitglieder erstreckte sich von einer starten Sehbehinderung über Blindheit bis hin zu einem Teilnehmer mit Taub-Blindheit.

 

Durch intensive Befragung der „Betroffenen" konnten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Einsatzeinheit ihr Wissen bezüglich Unterbringung, Verpflegung und Orientierung von Sehbehinderten im Falle einer Katastrophe mit kürzerer oder längerer Verweildauer in Notunterkünften unter Berücksichtigung erschwerter Orientierung über Langstock und evtl. Blindenhund ergänzen.

 

Heiterkeit kam auf, als die Frage gestellt wurde, wie denn ein Sehbehinderter die Uhrzeit erkennt. Und alle Sehbehinderten gleichzeitig die Zeitansage ihrer Armbanduhr aktivierten. Sieben mal ertönte daraufhin die Zeitansage per Sprachausgabe. Das die Zeiten untereinander um 1-2 Minuten differierten sei hier nur am Rande bemerkt.

 

Dies war jedoch ein guter Einstieg, über die vorhandenen technischen Möglichkeiten zu sprechen, die ein Sehbehinderter heute hat, um den Alltag etwas leichter zu bewältigen Hier reichen die Hilfen von der sprechenden Waage bis hin zum Handy mit Sprachausgabe und Vergrößerungssoftware.

 

Die Resonanz war auf beiden Seiten so groß, das im kommenden Jahr weitere Treffen und Ausbildungsveranstaltungen geplant werden.

 

Zu erwähnen sei noch, dass es von Seiten des Deutschen Roten Kreuzes selbstverständlich war, das alle Gäste von DRK-Mitgliedern von Zuhause abgeholt und wieder zurück gebracht wurden und während der 4 Stunden in der DRK-Einsatzzentrale ein Imbiss gereicht wurde.

 

Paul Krämer

Martin Holzhauer

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