Motto: Blindheit anders sehen
Motto: Blindheit anders sehen
Eine Veranstaltung zum Welttag der Menschen mit Behinderung
03.12.2009
11:00 - 16:00 Uhr
Medienhaus Mülheim an der Ruhr
Synagogenplatz 3
Die World Health Organisation (WHO) hat 1992 den 3. Dezember zum "Welttag der Menschen mit Behinderung" ausgerufen.
Dieser Tag wird weltweit zu Aktionen genutzt, um die Ziele der vollen Teilnahme und Gleichstellung behinderter Menschen zu erreichen.
So auch in Mülheim an der Ruhr.
Auf Grund der Initiative der Mülheimer Arbeitsgemeinschaft der in der Behindertenarbeit tätigen Vereinigungen organisieren einige ihr angeschlossene Selbsthilfegruppen zusammen mit Unterstützungseinrichtungen einen besonderen Tag.
„Blindheit anders sehen" -unter diesem Motte steht der diesjährige Welttag der Menschen mit Behinderung in Mülheim.
Im Medienhaus wird die Lebenswelt von Menschen mit Sehbehinderung erlebbar gemacht und besondere Hilfsmittel werden erläutert, die die Lebenswelt von Betroffenen dieser speziellen Behinderung entscheidend bereichern.
Ali Arslan produziert im Medienhaus regelmäßig eine Hörzeitung, auf die jeden Monat viele Betroffene warten. Anlässlich der Veranstaltung öffnet er unter dem Stichwort „Medien" sein Studio und gibt Einblick in seine Arbeit.
Für viele Menschen mit Sehbehinderung ist Teilhabe am öffentlichen Leben ohne Führhund nicht möglich. Der blinde Autor Martin Nolte liest aus seinem autobiografischen Roman:" Irka- ein Hundeleben zwischen Familie, Freizeit und Beruf" - nicht nur für Hundeliebhaber ein besonderes Erlebnis. Mit dem Erlös des Buchverkaufs unterstützt Herr Nolte ein Projekt, das taubblinden Jugendlichen die barrierefreie Kommunikation im Netz ermöglicht.
Wie es sich anfühlt, nicht sehen zu können, was uns umgibt, zeigt der Erlebnisparcours „Tasten/ Greifen / Fühlen". Alfred Beyer, Vorsitzender der AGB sowie des VBGS und mittlerweile für sein Engagement in der Arbeit für Menschen mit Behinderung Träger des Bundesverdienstkreuzes, organisiert und begleitet diese Gefühlsreise.
Das Leben von Menschen mit Behinderung anschaulich macht der Hilfsmittelkoffer, den der Blinden- und Sehbehindertenverband präsentiert. Die sprechenden Geräte schaffen vielfältigste Hilfen, wenn Mensch sie zu bedienen versteht. Fachkundige Beratung leisten Frau Ufermann und Frau St Mont vor Ort. Die Firma Kriewitz stellt dort ebenfalls aus. Auch werden die Prinzipien der Braille-Schrift anschaulich gemacht.
„Prävention gegen Diabethes ist Prävention gegen Erblindung", mit diesem Schlagwort treten die Mülheimer Diabetiker an.
Denn bei vielen erblindeten Menschen ist die Ursache eine zu spät erkannte oder schlecht behandelte Zuckerkrankheit. Dieses Risiko ist in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt. Daher bietet der Deutsche Diabetiker Bund eingangs des Medienhausen Informationen dazu sowie einen persönlichen Zuckertest nebst Beratung an. Früherkennung von Diabetes ist entscheidend für die Prävention von diabetesbedingter Erblindung.
Für die Eröffnung um 11 Uhr nimmt Frau Bürgermeisterin Renate aus der Beek sich Zeit, ebenso wird Frau Mangen, Vorstand des Paritätischen in Mülheim, Grußworte sprechen. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung mit Gesang und Trommelspiel der Eheleute Arslan
Mehrere Selbsthilfeorganisationen aus der AGB arbeiten an diesem Tag Hand in Hand:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband, Mülheim
Deutschen Diabetiker Bund, Ortsverband Mülheim
VBGS
ehrenamtliche Helfer aus anderen Gruppen.
Unterstützt wurde die Durchführung durch die Behindertenkoordinatorin der Stadt Mülheim und das Selbsthilfebüro des PARITÄTISCHEN.
Sie alle beweisen in einer engagierten und gelungenen Kooperation Solidarität und Tatkraft. Denn Integration bedarf Information. Die Veranstalter freuen sich über viel Interesse der eingeladenen Öffentlichkeit.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) plädiert dafür, behinderte Menschen mit ihren Problemen nicht alleine zu lassen; die weitestmögliche Integration behinderter Menschen sei vielmehr eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Man geht davon aus, dass rund 600 Millionen Menschen weltweit mit einer Behinderung leben. In Deutschland sind es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 8,6 Millionen Menschen. 6,7 Millionen von ihnen sind schwer, 1,9 Millionen leichter behindert. (Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2005): In Mülheim leben ca. 17.000 anerkannt schwerbehinderte Personen, also rund 10 % der Bevölkerung
Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan appellierte einmal anlässlich des Welttags der Menschen mit Behinderung an die Weltgemeinschaft: "Lasst uns erneut unsere Bemühungen für gleiche Rechte von Menschen mit Behinderung und ihre volle Partizipation im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Leben ihrer jeweiligen Gesellschaft verstärken!"
Anke van den Bosch Selbsthilfebüro Mülheim an der Ruhr, Der PARITÄTISCHE im Auftrag der AGB

