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Schulbesuch im Karl-Ziegler-Gymnasium

Ein Tag während der Projektwoche
 

Anlässlich einer Projektwoche des Karl-Ziegler-Gymnasiums lud mich Frau Lostermann de Nil als Vertreterin des BSV-Mülheim am Mittwoch, den

 23. Januar in ihren Unterricht ein. Das Thema, mit dem sich die Schüler und Schülerinnen des 7. und 8. Jahrgangs beschäftigten, lautete: „Anders Sehen".

Die Projektgruppe holte mich und meine Blindenführhündin Selma an der Haltestelle in der Stadt ab und begleitete mich zur Schule. Auf dem Weg dort hin beobachteten die Schüler mich und meine Selma sehr genau und stellten viele interessante Fragen, z.B. wie eine blinde Person sich durch den Straßenverkehr bewegen kann. Sie staunten nicht schlecht, welche große Hilfe ein Führhund sein kann.

Im Klassenraum angekommen, nahm ich Selma aus dem Führgeschirr, damit sie ihre Belohnung in Form von Streicheleinheiten bei den Jugendlichen einfordern konnte.

Dann nahmen wir im Stuhlkreis Platz.

Es kamen ganz gezielte Fragen zum Leben mit einer starken Sehbehinderung bzw. Blindheit. Ich klärte die Kinder über verschiedene Hilfsmittel auf, die blinde und stark sehbehinderte Menschen im Alltag nutzen können. Sie waren sehr beeindruckt, außerdem fanden  sie natürlich die technischen Hilfsmittel toll!

 Die Lehrerin erzählte mir, dass sie morgens bereits das Gehen mit dem Langstock geübt hatten. außerdem hatten sie die Brillen zur Simulation des Sehens mit grauem Star getragen und viele Hindernisse beim Laufen selbst entdeckt.

Nach einer kurzen Pause verteilte ich Fahrschul-Fragebögen, die sich mit dem Thema „ Blinde Menschen im Straßenverkehr" beschäftigten. Die Schüler füllten die Fragebögen sicher und annähernd fehlerfrei aus. Sie wussten sehr genau, wie man sich als Autofahrer gegenüber blinden und sehbehinderten Menschen verhält.

Frau Lostermann de Nil und ihre Kollegin, Frau Volmer, hatten sich bei der Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. Einen Koffer ausgeliehen, der verschiedene Produkte zum Thema "Blindheit" enthielt. Neben einem Langstock und einer Brille waren auch ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel sowie ein Würfel, ein Ball, 2 Videos und natürlich Alphabete und Blindenschrifttafelnvorhanden.

Wir sahen uns einen Film aus der Sendung mit der Maus an, In dem die Braille-Schrift anschaulich mittels eines Eierkartons für 6 Eier erklärt wurde.

Mit Hilfe der Alphabete durften nun die Jugendlichen einen Versuch unternehmen, selbst die Blindenschrift auf einer Tafel zu schreiben. Sie staunten dabei nicht schlecht, als ihnen bewusst wurde, dass ein blindes Kind diese Schrift zunächst spiegelverkehrt zu schreiben lernt, um sie später richtig von links nach rechts lesen zu können.

Als Dankeschön erhielt ich von den Schülern zum Abschluss eine gelb-rote Rose geschenkt.

Es war nicht nur für die Schüler und Schülerinnen ein interessanter Vormittag, auch Selma und ich hatten viel Spaß; hatten wir doch wieder einmal hilfsbereite junge Menschen getroffen!

Maria St. Mont

 

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